Unser größter Ruhm — Konfuzius über Resilienz und Scheitern
„Unser größter Ruhm ist nicht, niemals zu fallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen."
— konfuzius Interpretation
Konfuzius lebte in einer Zeit politischer Wirren (6./5. Jh. v. Chr.), in der er selbst mehrfach scheiterte: Sein Traum, als Berater eines gerechten Herrschers zu wirken, blieb unerfüllt. Er wurde verbannt, verachtet, fast ermordet — und lehrte trotzdem weiter. Dieses Zitat ist keine Theorie, sondern gelebte Erfahrung. Es unterscheidet zwischen zwei Arten von Stärke: der brüchigen Stärke des Perfektionisten, der nie fallen will, und der echten Stärke dessen, der fällt und aufsteht. Die zweite ist wahrer, weil sie das Scheitern nicht leugnet, sondern integriert.
In der konfuzianischen Tradition ist das Streben nach moralischer Vervollkommnung ein lebenslanger Prozess — kein Zustand, den man erreicht und behält. Der “Edle” (junzi) bei Konfuzius ist nicht perfekt, sondern permanent lernend. Jeder Fehler ist eine Gelegenheit, die eigene Tugend zu prüfen und zu schärfen.
Dieser Gedanke findet sich in der modernen Psychologie als “Growth Mindset” (Carol Dweck) wieder: Menschen, die Scheitern als Lernchance begreifen, entwickeln sich weiter; solche, die Scheitern als Beweis ihrer Unzulänglichkeit sehen, stagnieren. Konfuzius formulierte diese Einsicht 2.500 Jahre vor der Psychologie — und er tat es aus eigener Erfahrung, nicht aus dem Lehnstuhl.