Leicht zerbrechlich, empfindlich; von geringer Stabilität oder Widerstandsfähigkeit — physisch oder metaphorisch.
fragil
Vom lateinischen 'fragilis' (zerbrechlich), abgeleitet von 'frangere' (brechen). Verwandt mit 'Fraktur' (Bruch) und 'Fragment' (Bruchstück). Das Wort betont die Zerbrechlichkeit als inhärente Eigenschaft — fragil ist nicht, was gerade bricht, sondern was jederzeit brechen könnte.
Fragil im Alltag
Nassim Nicholas Taleb stellte “fragil” dem Begriff “antifragil” gegenüber: Was fragil ist, wird durch Erschütterungen schwächer; was antifragil ist, wird stärker. Diese Unterscheidung macht deutlich, warum “fragil” mehr als “zerbrechlich” meint — es beschreibt eine fundamentale Anfälligkeit.
Beispiele
- Demokratie ist fragiler, als viele glauben — sie braucht ständige Pflege.
- “Bitte vorsichtig — der Inhalt ist äußerst fragil.”
- Das Ökosystem der Korallenriffe ist fragil: Schon wenige Grad Temperaturanstieg können es zerstören.
- Vertrauen ist fragil — einmal zerbrochen, lässt es sich schwer wieder zusammensetzen.
- Nach der langen Krankheit war sein Gesundheitszustand noch fragil.
Warum nicht einfach “zerbrechlich”?
“Zerbrechlich” beschreibt eine physische Eigenschaft: Glas ist zerbrechlich. “Fragil” hingegen funktioniert auch metaphorisch und hat einen eleganteren Klang. Man spricht von fragilen Friedensverhandlungen, einer fragilen Psyche, einer fragilen Wirtschaftslage — Kontexte, in denen “zerbrechlich” unpassend wäre.
Abgrenzung
| Begriff | Bedeutung | Unterschied zu fragil |
|---|---|---|
| Zerbrechlich | Physisch leicht kaputtzumachen | Konkreter, materieller |
| Anfällig | Leicht beeinträchtigbar | Stärker auf Krankheit/Schwäche bezogen |
| Labil | Instabil, schwankend | Betont Unbeständigkeit, nicht Zerbrechlichkeit |
| Antifragil | Wird durch Stress stärker | Gegenteil (nach Taleb) |
Einordnung
fragil wird bei Leximera als Adjektiv geführt. Der Begriff ist dem Bereich Psychologie und Philosophie zugeordnet. Die Herkunft ist mit Latein verbunden. Diese Einordnung hilft, das Wort nicht nur isoliert zu lesen, sondern im passenden sprachlichen und thematischen Zusammenhang zu verstehen.
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Wenn du fragil verwenden möchtest, achte auf Register, Zielgruppe und Satzumgebung. Manche Wörter wirken im Alltag natürlich, andere passen eher in einen literarischen, wissenschaftlichen oder erklärenden Zusammenhang. Eine Definition zeigt die Grundbedeutung, aber erst Beispiele und verwandte Begriffe machen sichtbar, wie flexibel ein Ausdruck wirklich ist.
Die zusätzlichen Verknüpfungen auf Leximera sind deshalb bewusst als Orientierung gedacht. Sie helfen dir, ähnliche Bedeutungen zu vergleichen, Gegensätze zu erkennen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, ob ein Wort präzise, poetisch, fachsprachlich oder umgangssprachlich klingt.