Leicht unwohl, schwindelig, flau im Magen; ein Gefühl zwischen Übelkeit und Benommenheit.
blümerant
Eingedeutscht aus dem Französischen 'bleu mourant' (sterbendes Blau), das die blasse, leicht bläuliche Gesichtsfarbe eines Menschen beschreibt, dem unwohl ist. Die Eindeutschung im 18. Jahrhundert machte aus dem poetischen französischen Ausdruck ein umgangssprachliches deutsches Wort — ein schönes Beispiel für volksetymologische Verwandlung.
Blümerant im Alltag
Wer “blümerant” sagt, beschreibt ein Gefühl, das jeder kennt, aber schwer in Worte fasst: Dieses leichte Schwanken zwischen “mir geht es gut” und “gleich passiert etwas Unangenehmes”. Es ist mehr als Übelkeit und weniger als Ohnmacht — ein Zwischenzustand, für den das Deutsche dieses wunderbare Wort bereithält.
Beispiele
- “Nach der dritten Runde Karussell wurde mir ziemlich blümerant.”
- Die Schwüle im August machte allen blümerant — selbst der Hund lag nur noch flach.
- “Mir wird ganz blümerant, wenn ich an die Steuererklärung denke.”
- Bei Omas Geschichten über den Krieg wurde es den Kindern regelmäßig blümerant.
- Nach dem langen Stehen in der prallen Sonne war ihr blümerant zumute.
Warum nicht einfach “schwindelig”?
“Schwindelig” beschreibt nur den Dreheffekt. “Blümerant” hingegen ist ein Ganzkörpergefühl: flauer Magen, leichte Benommenheit, vielleicht ein Hauch Übelkeit — und das alles in einem Wort, das selbst ein bisschen torkelt. Es ist poetischer, präziser und hat die wunderbare Etymologie des “sterbenden Blaus” im Gepäck.
Abgrenzung
| Begriff | Bedeutung | Unterschied zu blümerant |
|---|---|---|
| Schwindelig | Gleichgewichtsstörung | Nur Drehgefühl, nicht Übelkeit |
| Übel | Brechreiz | Stärker, konkreter |
| Flau | Leicht unwohl | Ähnlich, aber ohne die farbige Herkunft |
| Mulmig | Unbehaglich im Bauch | Eher psychisch als körperlich |