Ein Mann, der durch liebenswürdiges, gewinnendes Auftreten andere für sich einnimmt.
Charmeur
Aus dem Französischen 'charmeur' (Bezauberer), abgeleitet von 'charme' (Zauber), das auf das Lateinische 'carmen' (Gesang, Zauberspruch) zurückgeht. Die weibliche Form ist 'Charmeuse'. Das Wort verbindet die Idee des Bezauberns mit der des angenehmen Wesens — ein Charmeur übt keine dunkle Magie aus, sondern eine liebenswürdige.
Charmeur im Alltag
Der Charmeur ist eine schillernde Figur: bewundert, beneidet, manchmal gefürchtet. Sein Talent ist die Kunst, andere mit scheinbar müheloser Liebenswürdigkeit für sich zu gewinnen. Dabei steht der Begriff auf einer Gratwanderung zwischen echtem Charme und Manipulation.
Beispiele
- “Er ist ein unverbesserlicher Charmeur — jede Kellnerin bekommt sein breitestes Lächeln.”
- Marcello Mastroianni verkörperte in seinen Filmen den italienischen Charmeur par excellence.
- Ein guter Charmeur hört zu, statt nur von sich zu reden.
- “Vorsicht, der ist ein Charmeur — was er sagt, klingt immer besser als es ist.”
- Der Unterschied zwischen einem Charmeur und einem Schmeichler: Der Charmeur glaubt, was er sagt.
Warum nicht einfach “charmant”?
“Charmant” ist ein Adjektiv, das eine Eigenschaft beschreibt. “Charmeur” hingegen macht aus dem Charme eine Identität — es ist der Meister des Faches, nicht bloß ein Mensch mit guten Manieren. Ein charmanter Mensch kann schüchtern sein; ein Charmeur nie.
Abgrenzung
| Begriff | Bedeutung | Unterschied zum Charmeur |
|---|---|---|
| Kavalier | Höflicher, zuvorkommender Mann | Formaler, weniger spielerisch |
| Schwerenöter | Mann mit vielen Liebschaften | Negativer Beiklang |
| Bonvivant | Lebemann, Genussmensch | Breiter, nicht nur auf Charme bezogen |
| Schmeichler | Übertrieben lobend | Unaufrichtig, zweckgebunden |