Leidenschaftlich, begeistert bis zur Raserei; mit überschäumender, kaum kontrollierbarer Intensität.
frenetisch
Vom griechischen φρενιτικός (phrenitikós, 'wahnsinnig, hirnkrank'), abgeleitet von φρήν (phrḗn, 'Zwerchfell, Gemüt, Verstand'). Die Griechen glaubten, der Sitz des Verstandes sei das Zwerchfell. Über das Lateinische 'phreneticus' und das Französische 'frénétique' gelangte das Wort ins Deutsche — und wandelte sich von 'wahnsinnig' zu 'begeistert'.
Frenetisch im Alltag
Frenetischer Beifall, frenetischer Jubel — das Wort steht immer dort, wo Begeisterung die Grenzen des Normalen sprengt. Es beschreibt eine Intensität, die fast an Kontrollverlust grenzt, aber positiv gemeint ist: Wer frenetisch applaudiert, hat alle Zurückhaltung abgelegt.
Beispiele
- Das Publikum feierte den Auftritt mit frenetischem Applaus — zehn Minuten Standing Ovation.
- “Die Fans begrüßten die Band frenetisch, als wäre es ihr letztes Konzert.”
- Der Wahlsieg wurde von den Anhängern frenetisch gefeiert.
- Frenetischer Jubel brach aus, als das entscheidende Tor in der Nachspielzeit fiel.
- Toscanini dirigierte mit einer frenetischen Energie, die das ganze Orchester mitriss.
Warum nicht einfach “begeistert”?
“Begeistert” kann leise sein — ein begeistertes Nicken, ein begeisterter Blick. “Frenetisch” hingegen ist immer laut, körperlich, überbordend. Es beschreibt den Moment, in dem Begeisterung zur Ekstase wird, in dem Klatschen zu Schreien wird und das Publikum zur Masse verschmilzt.
Abgrenzung
| Begriff | Bedeutung | Unterschied zu frenetisch |
|---|---|---|
| Begeistert | Voller Freude, enthusiastisch | Kann leise und kontrolliert sein |
| Ekstatisch | In Verzückung | Stärker nach innen gerichtet |
| Euphorisch | In Hochstimmung | Beschreibt ein Gefühl, nicht dessen Ausdruck |
| Tobend | Wild, unkontrolliert | Kann auch negativ sein (tobende Wut) |
Einordnung
frenetisch wird bei Leximera als Adjektiv geführt. Der Begriff ist dem Bereich Emotion und Kultur zugeordnet. Die Herkunft ist mit Griechisch verbunden. Diese Einordnung hilft, das Wort nicht nur isoliert zu lesen, sondern im passenden sprachlichen und thematischen Zusammenhang zu verstehen.
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Wenn du frenetisch verwenden möchtest, achte auf Register, Zielgruppe und Satzumgebung. Manche Wörter wirken im Alltag natürlich, andere passen eher in einen literarischen, wissenschaftlichen oder erklärenden Zusammenhang. Eine Definition zeigt die Grundbedeutung, aber erst Beispiele und verwandte Begriffe machen sichtbar, wie flexibel ein Ausdruck wirklich ist.
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