Wörterliste

Mäeutik - Wort Bild
Mäeutik - Wort maeutik

Die Kunst, durch gezieltes Fragen verborgenes Wissen im Gegenüber zum Vorschein zu bringen — eine philosophische Methode, die Sokrates als geistige Hebammenkunst verstand.

Pareidolie - Wort Bild
Pareidolie - Wort pareidolie

Die Neigung des menschlichen Gehirns, in zufaelligen Mustern, Formen oder Strukturen vertraute Gestalten zu erkennen -- etwa Gesichter in Wolken, Steckdosen oder Felsformationen.

Schadenfreude - Wort Bild
Schadenfreude - Wort schadenfreude

Die Freude oder Genugtuung, die man empfindet, wenn anderen ein Missgeschick widerfährt.

Sehnsucht - Wort Bild
Sehnsucht - Wort sehnsucht

Ein tiefes, schmerzhaftes Verlangen nach etwas Abwesendem oder Unerreichbarem

Serendipität - Wort Bild
Serendipität - Wort serendipitaet

Die Gabe, durch Zufall und Aufmerksamkeit wertvolle Entdeckungen zu machen, nach denen man gar nicht gesucht hat.

Synästhesie - Wort Bild
Synästhesie - Wort synaesthesie

Eine neurologische Besonderheit, bei der die Stimulation eines Sinnes unwillkürlich eine Wahrnehmung in einem anderen Sinn auslöst — etwa das Sehen von Farben beim Hören von Musik oder das Schmecken von Formen.

Torschlusspanik - Wort Bild
Torschlusspanik - Wort torschlusspanik

Die Angst, wichtige Gelegenheiten im Leben zu verpassen, bevor es zu spät ist; oft bezogen auf Lebensalter oder Lebensphasen.

Velleität - Wort Bild
Velleität - Wort velleitaet

Ein schwacher, halbherziger Wunsch oder eine flüchtige Absicht, die nie in Handlung umgesetzt wird. Das bloße Wollen ohne den Willen zur Tat.

Wanderlust - Wort Bild
Wanderlust - Wort wanderlust

Ein starkes Verlangen zu reisen, die Welt zu erkunden und neue Orte zu entdecken.

Achtsamkeit - Wort Bild
Achtsamkeit - Wort zukunftswort

Die bewusste Wahrnehmung und das Erleben des gegenwärtigen Moments ohne Bewertung

Die, das oder der? Warum das Deutsche drei Geschlechter hat

Ich erinnere mich noch gut an meine französische Austauschschülerin, die verzweifelt fragte: “Warum ist das Mädchen neutral? Das ergibt doch keinen Sinn!” Tja, willkommen in der wunderbaren Welt der deutschen Grammatik, wo die Logik manchmal Urlaub macht.

Das grammatische Geschlecht hat wenig mit dem biologischen zu tun. Die Sonne ist weiblich, der Mond männlich – in romanischen Sprachen ist’s genau umgekehrt. Verrückt? Vielleicht. Aber es gibt Muster, die das Leben leichter machen.

Die typischen Verdächtigen: Endungen, die (fast) immer feminin sind

Nach Jahren des Deutschunterrichts (als Schülerin und später als Nachhilfelehrerin) kann ich dir sagen: Es gibt Endungen, auf die ist Verlass. Wenn du diese kennst, liegst du in 90% der Fälle richtig.

Die -ung macht’s einfach: Hoffnung, Zeitung, Wohnung, Bildung – alles feminin. Keine Ausnahmen. Wenn ein Wort auf -ung endet, nimm “die” und fertig. Das ist wie ein Geschenk der deutschen Sprache an alle Lernenden.

Die -heit und -keit Geschwister: Freiheit, Gesundheit, Menschlichkeit, Freundlichkeit – auch hier kannst du dich entspannt zurücklehnen. Immer feminin. Meine Eselsbrücke früher: “Die Freiheit und die Freundlichkeit sind weiblich – passt doch!”

Die -schaft schafft Klarheit: Freundschaft, Gesellschaft, Wissenschaft. Noch so eine sichere Bank. Interessant: Viele dieser Wörter beschreiben abstrakte Konzepte oder Kollektive. Zufall? Wer weiß.

Die Ausländerinnen: Fremdwörter und ihre Geschlechter

Fremdwörter folgen oft ihren eigenen Regeln. Aber auch hier gibt’s Muster:

-ion ist immer eine Dame: Station, Nation, Information, Emotion. Kommt aus dem Lateinischen und bleibt auch im Deutschen weiblich.

-ie mag es feminin: Demokratie, Phantasie, Melodie. Meist aus dem Griechischen oder Französischen, und die haben’s gern weiblich.

-ik bleibt bei die: Musik, Politik, Physik, Mathematik. Obwohl… Moment, bei “der Atlantik” versagt die Regel. Okay, fast immer.

Wenn die Bedeutung das Geschlecht verrät

Manchmal hilft der gesunde Menschenverstand. Oder zumindest ein bisschen Mustererkennung:

Bäume sind meist weiblich: Die Eiche, die Buche, die Birke. Aber Vorsicht: Der Ahorn ist ein Rebell. Warum? Frag nicht mich, frag die Sprachgeschichte.

Blumen lieben das Femininum: Die Rose, die Tulpe, die Nelke. Passt doch irgendwie, oder? Obwohl… der Kaktus tanzt aus der Reihe. Typisch Kaktus.

Zahlen sind Damen: Die Eins, die Zwei, die Hundert. Mathe ist weiblich – wussten wir Frauen schon immer!

Die Tücken des Genus: Wenn’s kompliziert wird

Jetzt wird’s interessant. Es gibt Wörter, bei denen selbst Muttersprachler ins Grübeln kommen:

Der, die oder das Nutella? Ich kenne Familien, die sich deswegen zerstritten haben. Offiziell ist Nutella neutral (das Nutella), aber im Süden hört man oft “die Nutella”. Mein Tipp: Sag einfach “Schokocreme”.

Die E-Mail oder das E-Mail? Im Duden steht “die”, in Österreich sagt man “das”. Beide haben recht. Sprache lebt eben.

Der Blog oder das Blog? Früher hieß es “das Blog” (von Weblog), heute sagen die meisten “der Blog”. Sprache entwickelt sich. Deal with it.

Warum das alles wichtig ist (außer für die Grammatiknote)

“Ist doch egal, Hauptsache man versteht sich!”, höre ich oft. Stimmt teilweise. Aber das Genus prägt unsere Sprache auf subtile Weise.

Studien zeigen: In Sprachen mit grammatischem Geschlecht werden Objekten unterschiedliche Eigenschaften zugeschrieben. Deutsche beschreiben Brücken (die Brücke) eher als elegant und schön, Spanier (el puente, maskulin) als stark und stabil. Faszinierend, oder?

Die Evolution der Sprache: Wie sich Genus verändert

Sprache ist kein Museum, sondern ein lebendiger Organismus. Neue Wörter kommen, alte verschwinden, und manchmal ändert sich sogar das Geschlecht:

Tech-Begriffe im Wandel: Die App, die Software, die Hardware – alles feminin. Aber der Computer, der Laptop. Gibt’s da ein System? Nicht wirklich. Die deutsche Sprache würfelt gerne.

Anglizismen und ihre Integration: Meeting (das), Team (das), Job (der). Die meisten Anglizismen werden neutral oder maskulin. Warum? Vermutlich weil “das” für Fremdwörter die Standardlösung ist.

Tipps aus der Praxis: So merkst du dir das Genus

Nach 20 Jahren Erfahrung mit der deutschen Sprache (als Muttersprachlerin und Nachhilfelehrerin) hier meine besten Tricks:

Lern Wörter immer mit Artikel: Nicht “Haus” lernen, sondern “das Haus”. Klingt banal, funktioniert aber.

Farben helfen: In meinen Vokabelkarten waren feminine Wörter immer rosa (klischeehaft, ich weiß), maskuline blau, neutrale grün. Visuelle Lerner lieben das.

Geschichten erfinden: “Die Katze sitzt auf der Mauer und beobachtet die Maus.” Alles feminin. Solche Sätze bleiben hängen.

Der Genderaspekt: Wenn Grammatik politisch wird

In Zeiten von Gendern und geschlechtergerechter Sprache wird auch das grammatische Geschlecht diskutiert. “Warum ist der Arzt maskulin, aber die Krankenschwester feminin?” Gute Frage.

Die Sprache passt sich langsam an. Aus “Krankenschwester” wurde “Pflegefachkraft” (die, übrigens). Berufsbezeichnungen werden neutraler. Ob das die Gesellschaft verändert? Die Wissenschaft sagt: ein bisschen schon.

Regionale Unterschiede: Wenn der Süden anders spricht

Was in Hamburg “die Butter” ist, kann in München schon mal “der Butter” sein (bei den ganz Alten). Regionalismen machen das Genus noch spannender:

Süddeutsche Spezialitäten: Der Teller → “das Teller” (in manchen Dialekten), die Kartoffel → “der Kartoffel” (sehr selten, aber es gibt’s).

Österreichische Varianten: Das E-Mail, das Cola, das Joghurt – unsere Nachbarn mögen’s neutral.

Schweizer Eigenarten: Das Billett, das Velo – und niemand sagt was dagegen. So sollte Sprache sein: vielfältig.

Am Ende des Tages (übrigens: der Tag, nicht die Tag) ist das Genus ein faszinierender Teil der deutschen Sprache. Ja, es ist kompliziert. Ja, es gibt mehr Ausnahmen als Regeln. Aber genau das macht unsere Sprache so reich und ausdrucksstark.

Und wenn du mal danebenliegst? Kein Drama. Selbst Goethe hat sich vermutlich mal vertan. Hauptsache, du traust dich zu sprechen. Denn Sprache lebt vom Gebrauch, nicht von der Perfektion.

Einordnung der Wortart

Diese Sammlung zeigt Wörter, die bei Leximera der Wortart Femininum zugeordnet sind. Die Einordnung hilft, Bedeutung, Verwendung und grammatische Rolle gemeinsam zu betrachten. Auf Seite 2 findest du weitere Beispiele derselben Wortart.

Besonders bei seltenen oder vieldeutigen Begriffen reicht eine reine Definition oft nicht aus. Deshalb verbindet Leximera Wortart, Herkunft, Fachbereich und Beispielkontext. So wird schneller erkennbar, ob ein Wort eher beschreibend, benennend, handelnd oder einordnend verwendet wird.

Die Wortart ist dabei nur ein Ausgangspunkt. Entscheidend ist auch, wie ein Begriff im Satz klingt, ob er sachlich oder bildhaft wirkt und in welchem Zusammenhang er verständlich bleibt. Gerade kurze Archive mit wenigen Treffern sind deshalb nicht weniger wertvoll: Sie zeigen präzise, welche Wörter in dieser grammatischen Gruppe bei Leximera bereits erfasst sind und wo verwandte Sammlungen weiterführen.

Wenn du ein Wort aus dieser Liste auswählst, findest du auf der Detailseite zusätzliche Hinweise zu Bedeutung, Herkunft und Verwendung. So lässt sich ein Begriff nicht nur korrekt einordnen, sondern auch bewusster in eigenen Texten, Nachrichten oder Erklärungen verwenden.

Für das Schreiben ist diese Unterscheidung praktisch: Substantive benennen Dinge und Ideen, Adjektive färben sie ein, Verben bringen Bewegung in den Satz und Adverbien verändern die Art einer Aussage. Auch wenn eine einzelne Gruppe nur wenige Beispiele enthält, zeigt sie, welche Funktion diese Wörter im sprachlichen Gefüge übernehmen.

Nutze die Sammlung deshalb als Ausgangspunkt für genauere Formulierungen. Wer die Wortart erkennt, versteht schneller, warum ein Ausdruck an einer Stelle präzise wirkt und an einer anderen schwerfällig oder unpassend klingt.