Jemanden durch unhöfliches, schroffes Verhalten vor den Kopf stoßen oder verletzen.
brüskieren
Aus dem Französischen 'brusquer' (schroff behandeln), das auf das Italienische 'brusco' (herb, rau, schroff) zurückgeht. Die ursprüngliche Bedeutung von 'brusco' war 'stachelig' — wie die Rinde des Mäusedornstrauchs (Ruscus). Ins Deutsche gelangte das Wort im 17. Jahrhundert über den diplomatischen Sprachverkehr.
Brüskieren im Alltag
Wer jemanden brüskiert, tut mehr als unhöflich zu sein — er verletzt absichtlich oder fahrlässig die Würde des anderen. Eine Brüskierung geschieht oft öffentlich und trifft deshalb doppelt: Man wird nicht nur schlecht behandelt, sondern auch noch vor Publikum bloßgestellt.
Beispiele
- Der Minister brüskierte den Botschafter, indem er das Treffen kurzfristig absagte.
- “Es war nicht meine Absicht, dich zu brüskieren — ich war nur in Eile.”
- Das Unternehmen brüskierte seine langjährigen Kunden mit einer Preiserhöhung ohne Vorwarnung.
- In der Diplomatie ist eine Brüskierung oft schwerwiegender als eine Meinungsverschiedenheit.
- Er fühlte sich brüskiert, als sein Beitrag in der Sitzung einfach übergangen wurde.
Warum nicht einfach “beleidigen”?
“Beleidigen” zielt auf die Ehre, “brüskieren” auf die Höflichkeit. Man kann jemanden brüskieren, ohne ein einziges böses Wort zu sagen — etwa durch demonstratives Desinteresse, durch Nichtbeachtung oder durch eine Einladung, die man ohne Grund ausschlägt. Die Brüskierung ist die elegante Schwester der Beleidigung: Sie kommt leiser, sitzt aber oft tiefer.
Abgrenzung
| Begriff | Bedeutung | Unterschied zu brüskieren |
|---|---|---|
| Beleidigen | Ehre verletzen | Direkter, mit Worten |
| Kränken | Gefühle verletzen | Emotionaler, persönlicher |
| Affront | Öffentliche Beleidigung | Substantiv, formaler |
| Düpieren | Hereinlegen, bloßstellen | Stärker auf Täuschung bezogen |