Sich selbst genügend; wirtschaftlich oder persönlich unabhängig von äußerer Versorgung oder Hilfe.
autark
Aus dem Griechischen αὐτάρκεια (autárkeia), zusammengesetzt aus αὐτός (autós, 'selbst') und ἀρκεῖν (arkeín, 'genügen, ausreichen'). In der antiken Philosophie bezeichnete Autarkie das Ideal der Selbstgenügsamkeit — für Aristoteles war sie Voraussetzung eines guten Lebens, für die Stoiker höchste Tugend.
Autark im Alltag
In Zeiten unterbrochener Lieferketten und Energiekrisen bekommt “autark” eine neue Dringlichkeit. Wer autark lebt, braucht niemanden — zumindest in der Theorie. In der Praxis ist absolute Autarkie eine Illusion, aber als Ideal treibt sie Menschen an: vom Selbstversorger-Garten bis zum energieautarken Haus.
Beispiele
- Mit Photovoltaik und Regenwassersammlung wurde das Haus nahezu autark.
- “Island ist energetisch weitgehend autark — dank Geothermie und Wasserkraft.”
- Die Stoiker strebten persönliche Autarkie an: Glück, das von nichts Äußerem abhängt.
- Nordkoreas Juche-Ideologie propagiert wirtschaftliche Autarkie — mit zweifelhaftem Erfolg.
- Wer emotional autark ist, braucht keine Bestätigung von außen, um sich wertvoll zu fühlen.
Warum nicht einfach “unabhängig”?
“Unabhängig” beschreibt die Freiheit von etwas Bestimmtem. “Autark” geht weiter — es meint die Fähigkeit, sich selbst zu versorgen, ohne auf andere angewiesen zu sein. Man kann unabhängig von den Eltern leben, aber trotzdem vom Supermarkt abhängig sein. Echte Autarkie schließt beides ein.
Abgrenzung
| Begriff | Bedeutung | Unterschied zu autark |
|---|---|---|
| Unabhängig | Frei von bestimmten Bindungen | Allgemeiner, partieller |
| Autonom | Selbstbestimmt, eigenständig | Betont Entscheidungsfreiheit, nicht Versorgung |
| Souverän | Eigenständig, überlegen | Betont Kompetenz, nicht Selbstversorgung |
| Selbstgenügsam | Mit wenig zufrieden | Bescheidener Aspekt der Autarkie |